Mittwoch, 23. März 2016

Das Psycopädagogico


Heute stellen wir das Projekt von Tobias vor:

Das Psychopedagogico ist Teil des Krankenhauses „San Juan de Dios“  in Sucre und eine Einrichtung zur Betreuung, medizinischen Versorgung und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung. Es umfasst eine Schule mit Internat, eine Psychiatrie, eine Schreinerei,eine Bäckerei und eine Pädiatrie.
Einige Kinder wohnen im Projekt, andere kommen nur tagsüber. Ich arbeite in der Pädiatrie. Dort werden Kinder von Null bis ca. 12 Jahren betreut. Je nach ihren Fähigkeiten und geistiger Entwicklung kommen sie ab einem geeigneten Alter in das Internat.
In der Pädiatrie gibt es verschiedene Angebote. Ältere Kinder kommen in eine Art Vorschule („Apollo Escolar“), wo ihre geistigen und motorischen Fähigkeiten gefördert werden. Es gibt drei unterschiedliche Kurse, wobei die Kinder nicht nach Alter sondern nach ihren körperlichen und geistigen Fähigkeiten eingeteilt sind. Um eine möglichst individuelle Förderung zu gewährleisten sind in den Kursen nicht mehr als Zehn Kinder. Das Programm der Vorschule reicht vom erlernen der Sprache bis hin zu Sing- und Bastelkursen.
Die kleineren Kinder und Säuglinge kommen in sogenannte „Maternals“, eine Art Kindergarten bzw. -krippe. Dort können die Kinder, nach ihren Möglichkeiten spielen.
Alle Kinder werden mit Essen versorgt. So gibt es nach dem gemeinsamen Frühstück im „Comedor“, dem Speisesaal, eine Zwischenmahlzeit am Vormittag, die meistens aus Joghurt und Keksen o.Ä. besteht. Zum Mittagessen gibt es, ganz nach bolivianischer Art, immer eine Suppe und erst danach die Hauptspeise. Kinder die nicht kauen können und Säuglinge bekommen sowohl die Suppe als auch den Hauptgang püriert. Alle, die nicht selbstständig essen können, werden gefüttert. Die meisten Kinder tragen beim Essen einen eleganten Latz aus der hauseigenen Schneiderei. Nach dem Mittagessen hält der Großteil der Kinder einen Mittagsschlaf in einem der Schlafsäle („Dormitorios“). Dort hat jedes Kind sein eigenes Bett. Am Nachmittag geht es für die Kinder mit dem Programm entweder in den Maternals oder in der Vorschule weiter, bis es die nächste Mahlzeit am Nachmittag gibt. Dann gibt es immer Tee bzw. Milch und Brot. Anschließend geht das Programm wieder weiter bis zum Abendessen, wo es nochmals eine warme Mahlzeit mit Suppe und Hauptspeise gibt.
Das Projekt zeichnet sich vor allem durch eine gute Organisation und gut ausgebildetes Personal aus. 

Mittwoch, 16. März 2016

¿Hablas español?


Neben der im vorhergehenden Blogeintrag angesprochene Sprach Quechua reden die Menschen hier Spanisch, welche auch die offizielle Amtssprache ist. Als ich in Bolivien ankam hatte ich schon zwei Jahre lang Spanischunterricht in der Schule, verstand aber mehr oder weniger NICHTS. 
Das hat mich am Anfang erst einmal ziemlich frustriert. Besonders die ersten Monate waren sehr schwierig, da ich in der Guaderia mit zwei Erzieherinnen gearbeitet habe, die kaum auf mich Rücksicht genommen haben. Sie wechselten zwischendrin von Spanisch zu Quechua und redeten auch sehr undeutlich und schnell. Die Kinder konnte ich auch kaum verstehen, da sie entweder noch gar nicht sprechen konnten oder nicht verstanden, dass ich die Sprache noch nicht beherrschte und deshalb sehr schnell und undeutlich redeten. 
Aber es wurde, Gott sei Dank, besser. Nach einem Monat habe ich angefangen gemeinsam mit einer anderen Freiwilligen Spanischunterricht zu nehmen. Das hat mir sehr geholfen. Mittlerweile habe ich das, was ich in zwei Jahren in der Schule gelernt habe, hier in einem halben Jahr gelernt. Auch hat mir mein Wechsel in das Jugendzentrum geholfen. Die Jugendlichen reden mehr und ich lerne auch durch ihre Hausaufgaben. Mittlerweile kann ich mich fließend auf Spanisch unterhalten. Sobald ich aber spezielleres Vokabular benötige wird es schwierig. 

Bevor ich hier ankam dachte ich, das es mit der Sprache einfacher sein würde. Aber es braucht, denke ich, zwei bis drei Monate bis man sich einigermassen verständigen kann. Es ist auf jeden Fall nicht immer einfach, aber die Mühe lohnt sich.

Dienstag, 15. März 2016

Ein Wochenende in Tarija

Tarija liegt im Süden Boliviens auf einer Höhe von ca. 1.900 m und ist die Weinkammer Boliviens. Neben Wein wird hier auch der Schnaps "Singani" hergestellt. Aus diesem Grund findet jedes Jahr ein grosses Weinfest im "Valle de la Conception" statt, dass ca. 20 km auserhalb von Tarija liegt. Dieses haben wir am Wochenende besucht. Am Samstag in der Früh kamen wir wie immer, nach einer wenig erholsamen, nächtlichen Fahrt in Tarija an und suchten unser Hostal das "Kultur Berlin". Ich kann jedem der nach Tarija kommt diese Hostal sehr empfehlen. Nach einem bolivianischen Frühstück aus Pastel und Api machten wir uns auf, die kleine Stadt zu erkunden. Dabei fiel mir auf, dass Tarija viel reicher und vor allem sauberer ist als Sucre. Wie uns eine Freiwillige aus Tarija sagte: die Stadt ist zum genießen da. Nach einer kleinen Siesta starteten wir erholt auf in den Nachmittag und Abend.
lecker Schwein
Am nächsten Tag überraschte uns ein wirklich sehr leckeres Frühstück mit Früchten und Vollkornbrot, eine wirkliche Rarität in Bolivien. Gegen Mittag starteten wir in Richtung Weinfest. Im Valle de la Conception angekommen machten wir uns auf, die verschiedensten Stände zu entdecken. Es gab Essen, Schmuck, Kinderspielzeug, Kleidung, jede Menge Weintrauben, Musik, usw..  Natürlich wollten wir auch den berühmten Wein probieren und wurden bitter enttäuscht, denn er traf unseren Geschmack so gar nicht. Am Nachmittag ging es dann wieder zurück nach Tarija, da unsere Flota nach Sucre um 19:30 abfuhr.

Montag, 14. März 2016

Ein Wochenende in Cochabamba

An einem der letzten Wochenenden machten wir uns auf nach Cochabamba. Dort fand das bekannte "Holy Color" Festival statt, das es auch in verschiedenen deutschen Städten gibt.
Das besondere an diesem Festival ist, dass sich alle mit bunten Farben bewerfen und dabei laute Elektromusik hören.
Nach der nächtlichen Hinfahrt im Bus suchten wir unser Hostal, das uns Freiwillige aus La Paz, die früher angereist waren, organisiert hatten. Dort schliefen wir weiter bis Mittags, da die Nächte in den Bussen selten erholsam sind. Gestärkt von einem Mittagessen am Mercado trafen wir uns mit den restlichen Freiwilligen aus verschiedensten Städten um gemeinsam das Festival zu besuchen. Schon von weiten hörten wir die laute Elektromusik. Als wir das Gelände betraten hatten, ging der Spaß schon los. Innerhalb einer halben Stunde waren wir alle mit nasser Farbe beschmiert. Leider fing es später zu regnen an, aber das störte uns nicht. Nach einer warmen Dusche ging es weiter in die Clubs der Stadt.
Am nächsten Mittag machten wir uns auf die 34,2 Meter hohe Christusstatue "Christo de la Concorida" zu besichtigen. Nachdem eine Gruppe gemütlich mit der Seilbahn die 1.399 Stufen überwand und ein kleiner Rest sie gelaufen war, konnten wir "Christo" aus nächster Nähe bestaunen.
Eine aufkommende Regenfront zwang uns, nach nur kurzem Verweilen, wieder hinunter in die Stadt und nach einem kleinen Nachmittagssnack wieder in den Bus zurück nach Sucre.