Dienstag, 23. Februar 2016

Quechua



Eine Sprache, der ich in meiner Arbeit immer wieder begegne ist Quechua. Besonders die Bevölkerung auf dem Land spricht ausschließlich diese Sprache. Dadurch fällt es mir sehr schwer mich mit den Eltern der Kinder zu verständigen, da ich kein Wort verstehe. 
Hier ein kleiner Quechua-Kurs:
                                                                              Für alle die noch mehr lernen wollen:
kleines, schlaues Quechua Ratgeberbüchlein 
Die Zahlen von eins bis zehn:                                

eins – huq
sechs- suqta
zwei – iskay
sieben – qanchis
drei – kinsa
acht – pusaq
vier – tawa
neun – isqun
fünf – pisqa
zehn – chunka

Ein paar Wörter, die ich hier gelernt habe:

Frau – warmi;     
Kind – wawa
Haus – wasi;
neu - musuq
süß – misk´i;
Herz – sunqu
Mann- qhari;
Wasser – yaku
Hund- alcol;
Feuer - nina


CEMVA

Das soziale Projekt, in dem ich seit September arbeite, heißt CEMVA, Centro Educativo Multifuncional Villa Armonía.

Es hilft den Familien, die vom Land in die Stadt Sucre migrierten. Oft haben sie Schwierigkeiten sich zurechtzufinden. CEMVA hilft ihnen durch Patenschaften und deutschen Spenden. Dadurch können die Kinder der Familien in den drei Kindergärten/-grippen, den drei Jugendzentren und am Mittagstisch für Schulkinder teilnehmen.  Da so die Kinder versorgt sind, ist es den Eltern möglich zu arbeiten und zur Verbesserung ihrer Situation beizutragen. Auch unterstützt das Projekt die Familien mit Lebensmitteln, Möbeln und Hygieneartikeln. Insgesamt wird somit ca. 80 Familien geholfen.

Insgesamt versorgen die drei Kindergärten/-grippen um die 130 Kinder und Babys. Sie erhalten ein ausreichendes Frühstück und Mittagessen sowie zwei kleine Zwischenmahlzeiten. Auch bieten sie ca. 20 Frauen einen Arbeitsplatz als Kindergärtnerinnen oder Köchin.
                            Schlafsaal in der "Casa del Nino A"         Die "Casa del Nino A"

Die drei Jugendzentren A, B und C finden Vor- und Nachmittags statt. 100 Kinder und Jugendliche erhalten auch dort eine kleine Zwischenmahlzeit. Ihnen wird bei den Hausaufgaben geholfen und es werden Freizeitaktivitäten angeboten. Mittags erhalten ca. 80 Kinder und Jugendliche im Comedor ein warmes Mittagessen, bestehend aus einer Suppe, einer Hauptspeise und einer kleinen Nachspeise.
Hausaufgabenbetreuung im "Centro Juvenil A"
Des Weiteren gibt es Werkstätten für Schreinerei, Elektronik, Metal-Mechanik, Schneiderei, Weberei und Schönheitspflege.

Die "Carpinteria" (Schreinerei)

Karneval in Sucre

Der Karneval in Sucre ist eine ziemlich verrückte Zeit. Man merkt ihn schon ein paar Wochen vorher, wenn kleine Kinder mit Wasserbomben und –pistolen von Dächern auf unschuldige Passanten zielen. Das steigert sich immer weiter, bis die ganze Stadt eine riesige Wasserschlacht veranstaltet. Von Samstag den 06.02 bis Donnerstag den 09.02 herrschte in der Innenstadt der Ausnahmezustand. Am Sonntag nahmen wir an einer kleinen Entrada, die von der Gastfamilie einer Mitfreiwilligen organisiert wurde, teil. Mit ca. 20 mehr oder weniger betrunkenen Menschen und einer kleinen Banda (bestehend aus Panflöten und Trommeln) zogen wir durch die Innenstadt bis nach Villa Armonía. Als wir dort ankamen war ich bis auf die Unterwäsche mit Wasser durchnässt und mir tat der Rücken von den scharf geworfenen Wasserbomben weh. Trotzdem war es ein unvergessliches Erlebnis, dass ich mir in Deutschland schon allein wegen der winterlichen Temperaturen nicht vorstellen könnte.
Am Abend darauf machte ich noch einmal ein unerfreuliches Erlebnis, als mich aus einem vorbeifahrendem LKW ein Schwall Wasser traf – ganz schön dreist. 


Dienstags ist es Brauch mit der Familie zu grillen. Auch wir Freiwilligen haben uns in Lajastambo getroffen um gemeinsam zu grillen. 

Am nächsten Wochenende wurde der Karneval endgültig in Yotala, einem kleinen Vorort von Sucre, verabschiedet und die Wasserschlacht hatte endlich ein Ende.