Montag, 6. Juni 2016

Feiertage in Bolivien

Es scheint mir als gäbe es jede Woche einen besonderen Tag in Bolivien. Heute z.B. ist Dia del maestro. Das heißt heute ist keine Schule.

Vorletzte Woche war Dia de la madre.  Es gab es einen Gottesdienst (auf Quetschua) für die Frauen der Alphabetisierung und des Projekts und danach ein leckeres Essen aus Arroz de queso, Papa und gegrilltem Hühnchen.

Am 12. April feierten wir gemeinsam mit den drei Jugendzentren den Dia del Nino. Dafür organisierten wir eine kleine Schnitzeljagd. Es gab fünf Stationen an denen die Kinder verscheidenen Aufgaben erfüllen musst um zur nächsten zu gelangen. An der ersten bekammen die Kinder drei Wörte um damit eine Geschichte zu erfinden. Danach mussten sie ein kleines Theaterstück zum Thema Kinderrechte aufführen. Gleich um die Ecke ging es um wichtige Feiertage in Bolivien. Darauf hatten die Kinder Spaß beim Sackhüpfen und als letztes mussten sie zu bekannten Liedern Musik auf einer Gitarre und zwei Trommeln machen.
Zum Schluss gabe es im für alle Sandwich de Pollo und Limonade. Insgesamt war der Tag ein Erfolg, die Kinder hatten Spaß und es gab am Ende für jeden eine Kleinigkeit.



Ein Wochenende auf dem Campo

Am letzten Maifreitag traf ich mich mit Lea in der Früh an der Parada Ravelo um nach Chataquila zu fahren. Dieser kleine Ort liegt ca. eine Stunde ausserhalb von Sucre in den Bergen. Nahe der Kapelle führt ein von den Inkas gepflasterter Weg hinab ins Tal. Unten angekommen ging es weiter am Rio Ravelo entlang bis wir beinahe die Brücke zum Pfad nach Maragua verpasst hätten. Laut Beschreibung gibt es einen einfach zu findenden Pfad nach Maragua...den wir nicht fanden. Also entschlossen wir uns dem Fluss weiter zu folgen. Dies gelang uns bis wir auf einen kleinen Wasserfall stießen, um den es auf den ersten Blick keinen Weg herum gab. Deshalb kletterten wir einen rutschigen Hang hinauf um den Wasserfall zu überwinden. Oben angekommen fanden wir einen kleinen Pfad. Diesem folgten wir bis wir zu einem kleinen Hof kamen. Den Bewohner fanden wir einige Meter enfernt mit seinen Tieren. Zwar sprach er nur Quetschua, dennoch verstanden wir das wir dem Fluss bis Maragua folgen mussten. Kurz danach fanden wir ein optimale Stelle am Fluss für unser Zelt und richteten uns für die Nacht ein. Am nächsten Morgen ging es weiter den Fluss entlang bis wir über mehrer beeindruckend große Wasserfälle (um die es einen kleinen Pfand gab) Maragua erreichten. Das kleine Dorf liegt in einem Krater und wirkt wie aus einem andereren Jahrhundert. Wir kauften Wasser und Brot bei einer jungen Cholita und liesen uns den weiteren Weg nach Potolo erklären. Eine breite Forststraße führte uns erst aus dem Krater herraus und dann weiter durch beeindruckende Landschaften. Leider erreichten wir Potolo nicht und mussten deshalb noch einem im Zelt schlafen.
Gegen Mittag des nächsten Tages erreichten wir das Dorf und fanden kurze Zeit später einen Transport nach Sucre.

Sonntag, 15. Mai 2016

Ein Wochenende in Villa Tunari

Das erste Wochenende im Mai verbrachte ich gemeisam mit einer anderen Freiwilligen aus Sucre und einem Freund aus Cochabamba in Villa Tunari.
Eingentlich wollten wir den Nationalpark Toro Toro besuchen, doch die Agentur hatte leider keine Plätze mehr für uns. Deshalb entschieden wir spontan in das vier Stunden entfehrnte kleine Dörfchen Villa Tunari zu fahren. Die Region, in dem das Dorf liegt, nennt sich Chapare und ist auch bekannt als bedeutenstes Anbaugebiet der Kokapflanze in Bolivien. Die Fahrt dorhin war schon ein Erlebniss, denn es ging durch verschiedene Vegetationszonen bis auf ca. 200 Meter Höhe hinab. Als wir ankammen suchten wir uns ein Hostel und machten uns auf zum nahegelegnen Park "El Jungle". Dort gibt es mehrer Schauckeln von verschiedener Höhe, von drei über fünf, acht und 14 Meter bis zur höchsten von 18 Metern. Zuerst mussten wir diese wackeligen Höhen erklimmen um uns dann auf den Schauckeln herunterschwingen zu können.
Am nächsten Tag fuhren wir in den Nationalpark "La hormiga"- Die Ameise. Dort konnten wir einen bunten Papageien und einen Tukan sowie viele andere Tiere und Pflanzen des Regenwaldes bestaunen. Leider ging es danach wieder zurück nach Cochabamba und für mich noch am selben Tag weiter Richtung Sucre.








Dienstag, 19. April 2016

Ein Wochenende in Samaipata

lecker Frühstück!
Das letzte Märzwochenende verbrachte ich mit Lea, einer Mitfreiwilligen aus Sucre in Samaipata. Das ist ein kleines Dorf drei Stunden vor Santa Cruz. Nachdem wir, Gott sei Dank, den Ausstieg nicht verschlafen hatten machten wir uns auf die Suche nach unserer Unterkunft. Lea hatte am Zwischensemiar Freiwillige von dort kennengelernt, die wir nun besuchten. Das Projekt befindet sich ca. 30 min zu Fuß außerhalb von Samaipata und wie durch ein Wunder fanden wir den Weg. Im Projekt wohnen drei deutsche und eine canadische Freiwillige, die zusammen sechs Mädchen aus schwierigen Verhältnissen versorgen. Neben diesem Heim für Mädchen gibt es noch eines für Jungen und für junge Mütter mit ihren Kindern. Den ersten Tag verbrachten wir im Dorf. Am Samstag durften wir das Projekt zu einer Taufe begleiten. Zuerst gab es einen langen Gottesdienst, danach die Taufen von ca. 10 Jugendlichen und um die Mittagszeit ein leckeres Buffet. Lea und ich sind danach zurück nach Samaipata gefahren, weil wir "El fuerte", das sind Inkaruinen, besuchen wollten.
                                                           El fuerte bei schlechtem Wetter
Leider haben wir das nicht mehr am Samstag geschafft, also erledigten wir das äußerst spantan am Sonntag. An diesem Tag wollten wir auch unsere Rückfahrttickets nach Sucre kaufen. Als wir endlich den Verkaufsstand gefunden hatten gab es allerdings nur Tickets für 120 Bs., was uns zu teuer war. Also entschieden wir einen anderen Verkaufsstand aufzusuchen. Dort waren die Tickets allerdings noch teurer. Der vorherige Verkaufsstand hatte derweil geschlossen und wir waren ohne Ticket. Also stellten wir uns am Abend vor eine Raststation und fragten ob in den Bussen noch zwei Plätze frei wären. Nachdem wir die Hoffnung schon fast aufgegeben hatten fanden wir am Ende doch noch zwei Plätze und so kamen wir pünktlich am Montag in Sucre an.

Halbjahres Update


Die Hälfte ist schon um! Mittlerweile bin ich seit acht Monaten in Südamerika und in meinem Leben herrscht Alltag. Seit dem letzten Update nach drei Monten hat sich wieder viel geändert. Ich arbeite nun am Vormittag im Büro von CEMVA und am Nachmittag im "Centro Juvenil C".
Die Arbeit im Büro ist spannend, wenn ich gemeinsam mit der Sozialarbeiterin Familien besuche oder Verantwortung, wie bei der Organisation der Patenschaften, übernehmen darf. Allerdings gibt es auch Vormittage, an denen ich keine Aufgabe habe und die Arbeit sehr langweilig ist.
Rutschspaß im Parque Bolivar
Viel Besser gefallen mir deshalb die Nachmittage im Jugendzentrum. Solange ich Ideen habe, kann ich mit den Kinder verschiedenste Projekte oder Ausflüge durchführen. In erster Linie helfe ich gemeinsam mit einer bolivianischen Profesora bei den Hausaufgaben. An Freitagen wollen wir immer ein besondere Aktion mit den Kinder machen, wie z.B. ein Besuch im Parque Bolivar oder Geschenke basteln für den Vatertag.

Mittwoch, 23. März 2016

Das Psycopädagogico


Heute stellen wir das Projekt von Tobias vor:

Das Psychopedagogico ist Teil des Krankenhauses „San Juan de Dios“  in Sucre und eine Einrichtung zur Betreuung, medizinischen Versorgung und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung. Es umfasst eine Schule mit Internat, eine Psychiatrie, eine Schreinerei,eine Bäckerei und eine Pädiatrie.
Einige Kinder wohnen im Projekt, andere kommen nur tagsüber. Ich arbeite in der Pädiatrie. Dort werden Kinder von Null bis ca. 12 Jahren betreut. Je nach ihren Fähigkeiten und geistiger Entwicklung kommen sie ab einem geeigneten Alter in das Internat.
In der Pädiatrie gibt es verschiedene Angebote. Ältere Kinder kommen in eine Art Vorschule („Apollo Escolar“), wo ihre geistigen und motorischen Fähigkeiten gefördert werden. Es gibt drei unterschiedliche Kurse, wobei die Kinder nicht nach Alter sondern nach ihren körperlichen und geistigen Fähigkeiten eingeteilt sind. Um eine möglichst individuelle Förderung zu gewährleisten sind in den Kursen nicht mehr als Zehn Kinder. Das Programm der Vorschule reicht vom erlernen der Sprache bis hin zu Sing- und Bastelkursen.
Die kleineren Kinder und Säuglinge kommen in sogenannte „Maternals“, eine Art Kindergarten bzw. -krippe. Dort können die Kinder, nach ihren Möglichkeiten spielen.
Alle Kinder werden mit Essen versorgt. So gibt es nach dem gemeinsamen Frühstück im „Comedor“, dem Speisesaal, eine Zwischenmahlzeit am Vormittag, die meistens aus Joghurt und Keksen o.Ä. besteht. Zum Mittagessen gibt es, ganz nach bolivianischer Art, immer eine Suppe und erst danach die Hauptspeise. Kinder die nicht kauen können und Säuglinge bekommen sowohl die Suppe als auch den Hauptgang püriert. Alle, die nicht selbstständig essen können, werden gefüttert. Die meisten Kinder tragen beim Essen einen eleganten Latz aus der hauseigenen Schneiderei. Nach dem Mittagessen hält der Großteil der Kinder einen Mittagsschlaf in einem der Schlafsäle („Dormitorios“). Dort hat jedes Kind sein eigenes Bett. Am Nachmittag geht es für die Kinder mit dem Programm entweder in den Maternals oder in der Vorschule weiter, bis es die nächste Mahlzeit am Nachmittag gibt. Dann gibt es immer Tee bzw. Milch und Brot. Anschließend geht das Programm wieder weiter bis zum Abendessen, wo es nochmals eine warme Mahlzeit mit Suppe und Hauptspeise gibt.
Das Projekt zeichnet sich vor allem durch eine gute Organisation und gut ausgebildetes Personal aus. 

Mittwoch, 16. März 2016

¿Hablas español?


Neben der im vorhergehenden Blogeintrag angesprochene Sprach Quechua reden die Menschen hier Spanisch, welche auch die offizielle Amtssprache ist. Als ich in Bolivien ankam hatte ich schon zwei Jahre lang Spanischunterricht in der Schule, verstand aber mehr oder weniger NICHTS. 
Das hat mich am Anfang erst einmal ziemlich frustriert. Besonders die ersten Monate waren sehr schwierig, da ich in der Guaderia mit zwei Erzieherinnen gearbeitet habe, die kaum auf mich Rücksicht genommen haben. Sie wechselten zwischendrin von Spanisch zu Quechua und redeten auch sehr undeutlich und schnell. Die Kinder konnte ich auch kaum verstehen, da sie entweder noch gar nicht sprechen konnten oder nicht verstanden, dass ich die Sprache noch nicht beherrschte und deshalb sehr schnell und undeutlich redeten. 
Aber es wurde, Gott sei Dank, besser. Nach einem Monat habe ich angefangen gemeinsam mit einer anderen Freiwilligen Spanischunterricht zu nehmen. Das hat mir sehr geholfen. Mittlerweile habe ich das, was ich in zwei Jahren in der Schule gelernt habe, hier in einem halben Jahr gelernt. Auch hat mir mein Wechsel in das Jugendzentrum geholfen. Die Jugendlichen reden mehr und ich lerne auch durch ihre Hausaufgaben. Mittlerweile kann ich mich fließend auf Spanisch unterhalten. Sobald ich aber spezielleres Vokabular benötige wird es schwierig. 

Bevor ich hier ankam dachte ich, das es mit der Sprache einfacher sein würde. Aber es braucht, denke ich, zwei bis drei Monate bis man sich einigermassen verständigen kann. Es ist auf jeden Fall nicht immer einfach, aber die Mühe lohnt sich.